Der Wiederaufbau der neuen Geschäftsstelle der Waldbesitzervereinigung (WBV) Kronach-Rothenkirchen ist jetzt in der heißen Phase.
In der beeindruckenden Jahreshauptversammlung, in der auch die Rechenschaftsberichte der vergangenen zwei Jahre im Mittelpunkt standen, wurde deutlich, dass die WBV Kronach/Rothenkirchen mit dem Jahr 2025 ein turbulentes Jahr hinter sich hat. Dennoch habe man den Entschluss gefasst, das Gebäude nach den vorhandenen Plänen ein zweites Mal zu errichten. Vorsitzender Markus Wich berichtete von den Rückschlägen bei dem Bauprojekt. Nach der Insolvenz des Oberpfälzer Generalunternehmens habe man die Bauleitung in Eigenregie fortgeführt. Bis zum Tag des Brandes sei man gut vorangekommen und stand kurz vor der Inbetriebnahme. Der Vorsitzende erklärte, dass die Versicherung den Brandschaden voll ersetzt habe und der WBV kein finanzieller Schaden entstanden sei. Der ideelle Schaden sei jedoch immens und nicht zu ersetzen. Die Verantwortlichen zeigten sich zuversichtlich, dass der Wiederaufbau bis zum Sommer abgeschlossen ist. Die Einweihung kann genau ein Jahr nach dem Brand am Wochenende des 3. Oktobers stattfinden. Waldbaulich plant man, die großen Schadflächen wieder zu bestocken. In der zurückliegenden Zeit seien von den 29.000 Hektar Wald im Landkreis Kronach rund 12.000 Hektar geschädigt oder vernichtet worden. Die Fördersätze wurden speziell bei der Wiederaufforstung erhöht, was für die Waldbesitzer eine enorme Chane darstelle. Die WBV habe allein im vergangenen Jahr eine halbe Million Pflanzen vermarktet, dabei kamen verschiedene Pflanzverfahren zum Einsatz. Wich nannte in seinem ausführlichen Rechenschaftsbericht 227 Termine, die seine aktive Mannschaft ehrenamtlich wahrgenommen hat. Die Mitgliederzahl steigt stetig und liegt derzeit bei 2258. Bei der WBV Kronach-Rothenkirchen ist ein Transformationsprozess eingetreten. Man habe den Mitgliedern der insolventen WBV Rennsteig angeboten, bei der WBV Kronach einzutreten und mit der Abwicklung der WBV Frankenwald begonnen. Neben der Gründung einer GmbH wurde eine Kooperation mit der FBG Sonneberger Grenzland geschlossen. Mit der FBG Hinterland Weinberg (Thüringen) finden diesbezüglich derzeit Verhandlungen statt. Eine Betriebsprüfung durch das Finanzamt ergab keine Beanstandungen. Aufgrund der schwierigen Lage sollten die Waldbesitzer darauf achten, dass ihre Verkäufe durch eine Warenkreditversicherung abgesichert sind – eine Versicherung wie sie bei der WBV vorliegt. Die WBV biete mit ihren fünf Förstern und fünf Büroangestellten ein breites Spektrum an.
Geschäftsführer Christian Stumpf berichtete von einer vermarkteten Menge von 175.000 Festmetern, welche zur Hälfte an regionale Sägewerke ging. Der Preis sei nach wie vor gut, aufgrund der hohen Nachfrage könne man bei der Fichte im Leitsortiment über 130 Euro erzielen. Die Insolvenz der Firma Ziegler habe einen Schaden von einer Milliarde Euro hinterlassen und rund 1.000 Arbeitsplätze seien verloren gegangen. Für die Kronacher Waldbesitzer war der Schaden mit rund 4.000 Euro überschaubar. Die WBV bleibe ein wichtiger Partner für die Waldbesitzer und biete auch weiterhin Waldpflegeverträge an. Landrat Klaus Löffler verwies auf den groß gedachten „Master Plan“, der hohe Förderungen in den Landkreis bringe. Die Führung der WBV mit Markus Wich, Christian Barnickel und Kassenführer Hans-Ulrich Müller habe Mut bewiesen und sei dafür belohnt worden. In den Ruhestand verabschiedet wurde der leitende Landwirtschaftsdirektor Harald Weber. Abteilungsleiter Andreas Sommerer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erläuterte die Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen ein. Als Option zur Wiederbewaldung biete man auch Waldpatenschaften an. Die Fahrt zur Fachmesse Interforst findet am 15. Oktober statt.
Bild: Der wiedergewählte Vorsitzende Markus Wich verabschiedete den leitenden Landwirtschaftsdirektor Harald Weber mit einen Geschenk in den Ruhestand. Foto: Michael Wunder
